Interview mit Christine Riedmann-Streitz, veröffentlicht im Newsletter der HLP Management Connex Wissens- und Erfahrungsaustausch, 25. Juni 2026

Christine Riedmann-Streitz, was ist Ihre heutige Rolle in der Wirtschaft?

Viele kennen mich durch meine Leistungen zur Stärkung der Unternehmensmarke und Innovationskraft, zum erfolgreichen Führen von Veränderungs- und Digitalisierungs-Prozessen und zur Befähigung, gesetzte Ziele zu erreichen. Aktuell bildet Führen und Arbeiten mit KI einen Schwerpunkt. Ich coache Top Manager, ihre Führungskräfte und Mitarbeitenden, sich auf die mit KI verbundenen Chancen und Risiken strategisch und operativ vorzubereiten und trainiere sie bei der Umsetzung.

Die individuelle Situation der Organisation, ob mittelständisches Unternehmen oder Großkonzern, ob Öffentliche Verwaltung, Öffentlicher Dienst oder Kommunales Unternehmen, bestimmen meine Rolle: je nach Bedarf bin ich Orientierungsgeber (Neues Wissen), Sparringspartner, Facilitator und Coach (damit auch scheinbar kaum Mögliches möglich wird), Trainer und Impulsgeber (neue Perspektiven, Bench Learning). Mit dem klaren fundierten Blick und Expertise von außen identifiziere ich mich mit den Menschen und ihren Vorhaben; so gelingt es den Organisationen, ihren eigenen nachhaltigen Weg zum Erfolg zu entwickeln.

Dabei beachte ich den organisationalen Kontext, der das tägliche Arbeiten prägt: Unternehmenswerte, Markenversprechen, Führung- und Arbeitskultur, Innovationskraft und energetische Resilienz. Ich stehe für den Humanity-centered Ansatz, der wirtschaftlichen Erfolg mit Fokus auf den Menschen, Nachhaltigkeit und Mehrwerte verbindet.

Wie ordnen Sie die Rolle von KI heute ein?

KI wirkt disruptiv. Es ist unabdingbar, KI nicht nur zu nutzen, sondern KI führen zu können.

Wer die KI nicht führt, wird von ihr geführt.

Dieses Wissen ist in den Organisationen nicht ausreichend vorhanden. Die Folgen sind Fehlinvestitionen (über 90 Prozent der Unternehmen gelingt es nicht, mit KI ihre Produktivität zu steigern) und Reputationsschäden wegen Qualitätsmängeln (Erfahrung selbst großer Konzerne). Und das in einer Situation wirtschaftlicher Stagnation, globaler Krisen und vielfacher unternehmensinterner Herausforderungen.

KI ist ein Game Changer!

Wir leben und arbeiten im Zeitalter der 5. Industriellen Revolution, ausgelöst durch Innovationssprünge bei digitalen Technologien. Seitdem eine Testversion der Generativen Künstlichen Intelligenz ChatGPT am 30. November 2022 die Aufmerksamkeit einer breiten Öffentlichkeit erreichte, ist KI aus unserem Lebens- und Arbeitsalltag nicht mehr wegzudenken.

Doch KI ist nicht einfach eine weitere Software oder ein Tool, sie verändert die Arbeitswelt auf Führungs- und Arbeitsebene auf einer grundlegenden, übergeordneten Ebene.

KI bietet wertvolle Chancen, große Probleme zu bewältigen; mithilfe ihrer enormen Rechenleistung gelingt es Experten, binnen Stunden zu Erkenntnissen zu gelangen, für die sie ohne KI Monate oder Jahre bräuchten. Doch KI muss „richtig“ eingebunden werden in Prozesse und Teamarbeit (Human-AI Teaming), Entscheidungsstrukturen müssen neu definiert, das Kompetenz-Management neu ausgerichtet werden. Wer sich hier nicht als verantwortlicher Akteur versteht und entsprechende Kompetenzen hat, wer nicht die Zukunft mit KI aktiv gestaltet, bekommt eine, die er nicht will … und wird in seinem Denken und Tun von der KI geleitet.

Führungskräfte benötigen einen neuen Führungskompass, der ihnen in diesem komplexen Umfeld mit KI wertvolle Orientierung gibt.

Denn: KI soll intelligenter werden als der Mensch, so das erklärte Ziel u.a. von OpenAI, dem Entwickler von ChatGPT. KI moderiert heute schon TV-Sendungen, hat ein eigenes soziales Netzwerk, heuert Menschen für Jobs an (und bezahlt sie dafür); KI erfindet Antworten, halluziniert, diskriminiert, bestärkt Menschen auch in negativen Vorhaben und schwächt auf Dauer die persönliche Urteilskraft. Dennoch vertrauen Menschen der KI, arbeiten oft ungeprüft mit KI-Outputs weiter, verlieben sich in ihren Bot, lassen sich von KI Reden, Kommentare, Präsentationen schreiben. Deshalb wollen wir Organisationen auch vor zentralen KI-Risiken bewahren wie:

Ein schlechter Prozess, digitalisiert oder übergeben an KI, bleibt ein schlechter Prozess.

Produktivität und Effizienz entstehen nicht durch den Einsatz von KI allein.

Wie können Sie helfen?

Mit fundiertem nachhaltigem „Empowerment“, ausgehend von der aktuellen Situation und dem zu erreichenden Ziel:

People Empowerment – Leadership Empowerment – Performance Empowerment

Ich befähige Führungskräfte und ihre Mitarbeitenden u.a., Stärken zu identifizieren und auszubauen sowie effektiv zusammen zu arbeiten, kurz: die gesetzten Ziele zu erreichen. Das bedeutet für die Beteiligten auch, endlich wieder Erfolg zu spüren (Motivation) und in Zahlen zu sehen (Performance). Es ist der gemeinsame geleitete Weg aus einer Passivität angesichts der Herausforderungen, aus permanentem bloßem Reagieren auf Veränderungen herauszukommen – hinein in das aktive Gestalten der Gegenwart und der gewünschten Zukunft.

Beim Führen und Arbeiten mit KI werden die relevanten Kompetenzen erworben, um stets Akteur der Situation zu bleiben, die richtigen Fragen zu stellen, gute Entscheidungen zu treffen. Damit das gelingt braucht es neues Wissen, ein neues Führungsverständnis und eine neue Arbeitskultur, um KI richtig einzusetzen und bei der Nutzung von KI das Denken und Entscheiden nicht abzugeben.

Der Umgang mit KI ist nicht gelernt und da die Handhabung so einfach ist, übersieht man gerne, dass KI-Outputs auf Wahrscheinlichkeiten basieren, auf teilweise fragwürdiger Datenbasis und einer selbst für deren Entwickler unbekannten Entscheidungslogik.

Und das gelingt? Das Empowerment wirkt?

Das kann ich aus Sicht meiner Kunden eindeutig mit „Ja“ beantworten. Es wirkt kurzfristig (neues Wissen gepaart mit motiviertem Engagement) und nachhaltig (Verankerung im Arbeitsalltag). Denn es hat ein solides Fundament: meine langjährige unternehmerische Praxis (Top Management-Verantwortung in mehreren Branchen vor Gründung der MarkenFactory 2010); meine Expertise als Bildungsanbieter sowie Dozentin (renommierte Hochschulen; GBS), für die ich mehrfach ausgezeichnet wurde; meine wissenschaftliche Tätigkeit u.a. im Program Board internationaler Konferenzen, aktuell mit Formaten zu Human-AI Teaming.

Wo setzen Sie an, bei der Technologie oder beim Menschen?

Schon Steve Jobs wusste: Man muss beim Kunden ansetzen und von dort aus prüfen, wie man Technologie einsetzt. Wir setzen beim Menschen an: Organisationen können Prozesse verändern, neue Leitlinien vorgeben, verschärfte Regeln setzen, Mitarbeitende durch KI ersetzen. Wenn die Menschen nicht ein gemeinsames Verständnis der Ziele und Werte haben, Sinn und Zweck ihrer Arbeit schätzen, sich engagiert mit all ihren Kompetenzen und Erfahrungen einsetzen wollen, das nötige KI-Wissens-Update auf Führungs- und Arbeitsebene haben, dann haben die Organisationen ein gravierendes Problem, das sie auch mit KI nicht lösen können.

KI kann als Werkzeug eingesetzt werden, um Herausforderungen zu lösen oder die Arbeit zu entlasten damit mehr Zeit für komplexe Themen bleibt – wenn die Menschen dies können und wollen. Ansonsten übernimmt schnell die KI und das führt erfahrungsgemäß zu ungeahnten neuen Problemen.

Menschen haben die KI erfunden und entwickelt, ihre Vision ist nun in Teilen Realität geworden. Auf jeden Fall sollte der Mensch stets die Kontrolle über KI behalten. Damit Mehrwerte entstehen: intern für die Organisation und ihre Mitarbeitenden sowie extern für Kunden, Nutzer und die Gesellschaft. Dazu befähige ich.

Und wer nun mehr wissen möchte?

Den lade ich ein zu einem persönlichen Gespräch.